
Geschichte
Es ist um die Jahrhundertwende. Dünne gehört zur großen Kirchengemeinde Bünde. Sonntags gehen die Dünner nach Bünde zur Kirche, denn in der alten Kapelle zu Dünne wird nur vierwöchentlich eine sogenannte Monatspredigt gehalten. Alles kirchliche Leben spielt sich in Bünde ab. Hier bestehen schon seit 1887 christliche Jugendvereine mit einem Posaunenchor. Auch die Jugend von Dünne geht fleißig in die Vereinsstunden nach Bünde. Da jedoch die Wege von Dünne und besonders von Dünnerholz nach Bünde sehr weit sind und sich auch in schlechtem Zustand befinden, wird unter den Dünnern immer mehr der Wunsch laut, einen eigenen Verein zu haben.
So finden sich am 26. Juni 1901 mit Lehrer Wilhelm Huxhol eine Anzahl junger wie auch älterer Männer zur Gründung des Evang. Männer- und Jünglingsvereins Dünne zusammen. Nach den vorhandenen Aufzeichnungen sind es zunächst 21 Mitglieder. Der § 1 der ersten Vereinsordnung lautet:
„Der Zweck des Vereins ist unter Darreichung des Wortes Gottes und Einführung in dasselbe in den Mitgliedern christliche Gesinnung und gottseligen Wandel zu erwecken und zu fördern, gemäß der Bundeslosung Psalm 119,9: Wie wird ein Jüngling seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält nach deinen Worten“.
Am 1. August 1901 wird Pastor Otto Wilmanns, bisher Synodalvikar der Synode Lübbecke, feierlich in sein neues Amt als Hilfsprediger der Gemeinde Dünne eingeführt. Die Kapelle ist mit 400–500 Menschen überfüllt. Auf der Nachfeier bei Bauer Grundmann wird schon von den ersten vier Bläsern des neugegründeten Vereins zur Freude der Gemeinde geblasen. Pastor Wilmanns wird allerdings bald ins Pfarramt nach Buchholz bei Minden gerufen, das er am 1. November 1901 übernimmt. So ist dieser Seelsorger nur ein Vierteljahr in Dünne und ist der erste Präses des neuen Vereins.
Als Nachfolger von Pastor Wilmanns entsendet die kirchliche Gemeindepflege der Provinz Westfalen den Hilfsprediger Gustav von Bodelschwingh aus Bielefeld, einen Sohn des Gründers von Bethel. Am 3. Advent 1901 kommt Pastor von Bodelschwingh nach Dünne, wo zu dieser Zeit nur die Kapelle als Gottesdienstraum zur Verfügung steht. Sie erweist sich jedoch bald als zu klein. In den Jahren 1902, 1903 und 1904 werden deshalb die Gottesdienste sonntags unter den Bäumen des Grundmannschen Kolonats Nr. 9, im Winter 1902/03 auf der Deele Grundmann Nr. 9 und im Winter 1903/04 auf der Deele Niederhommet Nr. 12, gehalten. Die Bläser des Männer- und Jünglingsvereins begleiten mit ihren Instrumenten den Gemeindegesang und sie übernehmen auch das Auf- und Abbauen der Bänke, der Kanzel und des Altartisches. Am 1. Oktober 1903 wird Dünne von der Kirchengemeinde Bünde abgezweigt und zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben. Noch am 30. Dezember desselben Jahres beschließt man den Bau einer eigenen Kirche. Am 27. April 1904 wird der Grundstein hierzu gelegt, am 22. Juni 1904 ist Richtfest und bereits am 1. Advent, dem 2. Dezember 1904, kann die Einweihung der Kirche erfolgen. Am 1. Advent 1907 wird das Pfarramt eingerichtet und der bisherige Hilfsprediger, Gustav von Bodelschwingh, als Pfarrer von Dünne am 13. Oktober 1907 eingeführt.
Pastor von Bodelschwingh übernimmt auch den Vereinsvorsitz. Unter seiner Leitung macht die Entwicklung des Vereins gute Fortschritte.
Als nächste christliche Vereinigung nach dem Männer- und Jünglingsverein entsteht im Jahre 1902 in Dünne der Evang. Jungfrauenverein, der sich später Evang. Jungmädchenverein nennt.
Die sangesfreudigen Mitglieder aus beiden Vereinen finden sich im Gemischten Chor zusammen, der zeitweise über 100 Sängerinnen und Sänger zählt.
Am 13. Juni 1902 wird auf dem Hofe des Bauern Grundmann das erste Jahresfest gefeiert, zu dem auch zahlreiche Jünglings- und Jungmädchenvereine aus den Nachbargemeinden erscheinen.
Die Generalversammlung am 27. September 1903 genehmigt die erste Satzung und gibt damit dem Verein eine feste Ordnung. Gleichzeitig wird beschlossen, die Aufnahme in den Westdeutschen Jünglingsbund zu beantragen. Die Aufnahme in den Bund wird am 7. Dezember 1903 durch das Bundeskomitee genehmigt. So wird schon früh der Wert einer großen Bruderschaft erkannt.
Nachstehend der Originalbrief von Pastor Gustav von Bodelschwingh an den Bundespräses des Westdeutschen Jünglingsbundes, in dem um die Aufnahme in die große Bruderschaft gebeten wird.






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